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Tradition und moderne Technik: Pferdezucht in Neustadt (Dosse)

Hauptgestüt mit Landesstallmeisterhaus

Frühnebel steigt empor. Die kleine, von alten Bäumen gerahmte Allee führt schnurgeradeaus. In der Ferne taucht das imposante Landstallmeisterhaus aus dem Dunst hervor. Jetzt fehlen nur noch das Donnern von Hufen, ein Hornsignal und uniformierte Reiter, die im gestreckten Galopp vorüber preschen. Dann wäre die Illusion perfekt und die Reisenden hätten auf ihrem Weg zum Brandenburgischen Haupt- und Landgestüt Neustadt (Dosse) einen Zeitsprung ins 18. Jahrhundert vollbracht. Der preußische König Friedrich Wilhelm II. beauftragte 1788 den preußischen Generalleutnant und Reisestallmeister Carl Heinrich August Graf von Lindenau, in Neustadt (Dosse) ein Gestüt zu errichten. Auf 420 Hektar Fläche entstanden zwei Anlagen, die damals wie heute einem Ziel dienen: Der Zucht herausragender Pferde.

Moderne Labore in alten Gemäuern

1990 wurde das Gestüt dem Land Brandenburg übertragen, seit 2001 firmiert es als Stiftung öffentlichen Rechts. Viele der im klassizistischen Stil errichteten Gebäude konnten bereits denkmalgerecht auch mit Mitteln der Europäischen Union saniert werden. Hochmodern sind hingegen die Labore des dem Gestüt angeschlossenen Graf-Lehndorff-Institutes für Pferdewissenschaften. Dort wird neben der Reproduktions- und Verhaltensforschung in Zusammenarbeit mit der Veterinärmedizinischen Universität Wien auch die Besamungsstation des Instituts gemanaged.

Quaterback ist der aktuelle Star

Pferde im Hauptgestüt
Viele international erfolgreiche Deutsche Sportpferde gaben und geben im Neustädter Hauptgestüt ihre Gene weiter. Legendär ist der 2004 im Alter von 25 Jahren an einer Kolik verstorbene weiße Hengst "Kolibri" – der 1700 Nachkommen zeugte, darunter viele sehr erfolgreiche Sportpferde – ihm wurde mit einer Bronzestatue auf dem Landesgestüt ein Denkmal gesetzt. Aktueller Star unter den etwa 40 Zuchthengsten der Gestüte ist der im Mai 2003 geborene Fuchs "Quaterback".

Reiten in der Schule

Mit viel Engagement haben es die teilweise seit Jahrzehnten auf dem Gestüt arbeitenden 66 Mitarbeiter und 17 Auszubildenden (Stand: 2012) geschafft, ihre Welt einer breiteren Öffentlichkeit ans Herz zu legen. Einmalig in Deutschland ist das Projekt "Reiten in der Schule": Von der 7. bis zur 10. Klasse kann an der Prinz-von-Homburg-Schule in Neustadt (Dosse) "Reiten" als versetzungsrelevantes Fach belegt werden, seit 2009 werden Reit-Talente in der "Schule besonderer Prägung" besonders gefördert. Museen auf dem Gestüts-Gelände, Show-Vorführungen, öffentliche Leistungsprüfungen und Galen ziehen in jedem Jahr Tausende Besucher auf die Gestüte.
 

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