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Natur, Handwerk und Kunst im Westhavelland

Überfluteter Fluss im Westhavelland bei Abenddämmerung
Überfluteter Fluss im Westhavelland

Der Naturpark Westhavelland ist Brandenburgs größtes Schutzgebiet. 1315 Quadratmeter Fläche erstrecken sich von Neustadt (Dosse) im Norden bis nach Pritzerbe im Süden. Gekennzeichnet wird der Naturpark insbesondere durch seine ausgedehnten Feuchtgebiete, wie die Untere Havelniederung, das Rhin-Havel-Luch und zahlreiche Seen. Kein Wunder, dass sich Watt- und Wasservögel dort ausgesprochen wohl fühlen: Der Gülper See und die Flussniederung der Unteren Havel gelten als bedeutendes binnenländisches Rast- und Brutgebiet für die Watt- und Wasservögel Mitteleuropas. Die dünn besiedelte Landschaft, die regelmäßig überschwemmt wird und auch Hochwasser der Elbe aufnimmt, ist mit seinen Erlenbruchwäldern Rückzugsort für viele seltene Tiere und Pflanzen.

Vogelparadies Gülper See

Tierischer Star im Naturpark ist die vom Aussterben bedrohte Großtrappe. Der bis zu 17 Kilogramm schwere Vogel, der zur Ordnung der Kranichvögel gehört, ist einer der größten flugfähigen Vögel der Welt. In Deutschland wurden 2012 lediglich 123 der scheuen Vögel gezählt: 51 im Havelländischen Luch, 39 im Naturschutzgebiet Belziger Landschaftswiesen und 33 im Fiener Bruch (Sachsen-Anhalt). Seit den 1990er Jahren hat sich der Bestand in Deutschland damit immerhin verdoppelt – damals zählte man lediglich 57 Tiere. Wenn die Vögel im April und Mai um ihre Partner werben, können sie während geführter Touren bei der Balz beobachtet werden. Im Frühjahr und Herbst machen Tausende Gänse und Kraniche aber auch Sing- und Zwergschwäne am Gülper See Rast. Ein zwei Kilometer langer Naturlehrpfad und  Beobachtungstürme bieten Informationen und jede Menge schöner Fotomotive. Im Besucherzentrum des Naturparks in Milow gibt es dazu wie zu allen Naturschutzprojekten im Naturpark Informationen.

Herr Bolle aus Milow

Weitere Anziehungspunkte der Region sind das Bienenmuseum in Möthlow, wo mehr als 850 Exponate das Handwerk der Imkerei illustrieren. In Pritzerbe wird die vermutlich letzte Rohrweberei Deutschlands betrieben. Und auch der kleine Ort Milow bietet Sehenswertes: Die Fachwerkkirche, das Geburtshaus des Gründers der Meierei Bolle und die Jugendherberge. Der findige Milower Bolle sammelte Milch auf den Bauernhöfen der Umgebung ein und verkaufte sie vom Pferdewagen aus in Berlin. Seine 1882 erbaute Villa in Milow stellte er den Kindern seiner Mitarbeiter zur Erholung zur Verfügung, heute ist sie Jugendherberge. Südlich von Milow, in Bahnitz, hat die Künstlerin Melodie Ebner-Joerges mit Gleichgesinnten den alten Gast- in einen Kunsthof verwandelt. Dort kann man einkehren, ab Mai die offenen Ateliers der ansässigen Künstler besuchen und Malkurse buchen.

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