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Fotosafari in Straupitz

Holländermühle in Straupitz
Holländermühle Straupitz

Wenn ein kleiner Ort mit gut 1000 Einwohnern für Touristen interessant ist, liegt das meist an seiner schönen Umgebung. Oder an den außergewöhnlichen historischen Bauten. Oder auch an besonderen kulinarischen Spezialitäten. Straupitz hat von alldem etwas zu bieten: Es liegt unmittelbar am Biosphärenreservat Spreewald, verfügt über eine Kirche nach Plänen des Berliner Baumeisters Karl Friedrich Schinkel und über eine Holländermühle, die drei Mühlengewerke unter einem Dach vereint und heute wieder produziert. Im Mühlencafé können Hungrige das Spreewälder Nationalgericht kosten: Pellkartoffeln mit Quark und hausgepresstem Leinöl.

Ein Gutshaus als Schule

Der niedersorbische Name des Ortes Straupitz „Tšupc“ klingt wenig einladend – bedeutet er doch so viel wie „Ort der Aussätzigen“. Die Straupitzer Herrscherfamilie der Flau war beim Papst in Ungnade gefallen und exkommuniziert worden. Deshalb galt sie in der Region als „aussätzig“. 1655 erwarb der General Christoph von Houwald den Marktflecken und weiteres Land der Umgebung. Bis zur Enteignung 1945 herrschte die Familie in der Region und Straupitz entwickelte sich zu einem lokalen Zentrum. Auf dem Gelände der alten Burg wurde ein repräsentatives Gutshaus errichtet, umgeben von einem 12 Hektar großen Landschaftspark. Das Gebäude dient heute als Schule.

Schinkel in Straupitz

Die Straupitzer Schinkelkirche ist die dritte Kirche des Ortes. Ihre Vorgängerin war den zahlreichen Kirchgängern der zur Gemeinde gehörenden acht Dörfern zu klein geworden. Der Dichter Ernst von Houwald, Bruder des Bauherren, war glücklicherweise mit dem preußischen Baumeister Karl Friedrich Schinkel befreundet und bat diesen um Unterstützung. So konnte die klassizistische Kirche im schlichten von Schinkels Italienreisen inspirierten Stil 1828-32 erbaut werden. Nach ihrer denkmalgerechten Sanierung Anfang der 1990er Jahre ist sie eines der beiden Wahrzeichen der Gemeinde.

Aller guten Dinge sind drei

Die zweite nicht zu übersehende Sehenswürdigkeit in Straupitz ist die imposante Holländermühle. Deren Ursprünge reichen bis ins Jahr 1850 zurück. Bis 1974 war die Mühle in Betrieb und danach mehr oder weniger dem Verfall Preis gegeben. Im Rahmen einer Arbeitsbeschaffungsmaßnahme begann die aktuelle aktive Epoche der Mühle 1994. Heute ist sie restauriert und beherbergt gleich drei aktive Gewerke: Sägemühle, Korn- und Ölmühle. Der alte Kornspeicher des Ortes wurde dagegen zum Museum mit Schautöpferei und Ladengeschäft umgewandelt. Genügend Fotomotive finden Reisende in Straupitz auf jeden Fall.
 

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