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Papier und Mineralöl – zwei Wirtschaftspfeiler in Schwedt

Rollenschneider zur Papierproduktion
Rollenschneider zur Papierproduktion

Vorhandene Branchenpotenziale ausbauen und die Innovationskraft stärken – das sind Ziele der brandenburgischen Wirtschaftspolitik. Im Wachstumskern Schwedt/Oder im Landkreis Uckermark spielt das verarbeitende Gewerbe traditionell eine zentrale Rolle. Ein erfolgreiches Beispiel ist die Papierindustrie: Zwei international agierende Unternehmen sind seit Beginn der 90er-Jahre in Schwedt aktiv. Während der finnische Konzern UPM Zeitungspapier produzierte, stellen die Leipa Georg Leinfelder Papierwerke Magazinpapier und Verpackungsmaterial her. Mittlerweile ist das Schwedter Werk von UPM ebenfalls in den Besitz von Leipa übergegangen.

Leipa und UPM

Für das Jahr 2015 weist die Leipa-Firmengruppe, zu der auch ein Logistik-Zweig, der Entsorgungsspezialist MAD Recycling GmbH sowie ausländische Vertriebsgesellschaften  gehören, einen Umsatz von 625 Millionen Euro aus, der von insgesamt 1450 Mitarbeitern erwirtschaftet wurde. Im Frühjahr 2016 übernahm Leipa die benachbarte Papierfabrik von UPM mit allen 240 Arbeitsplätzen. Wegen der sinkenden Nachfrage nach Zeitungspapier bei steigendem Absatz von Verpackungsmaterial wird umgerüstet: Ab Ende 2017 sollen nun auch im alten UPM-Werk Verpackungspapiere hergestellt werden – Wellpappen und Karton werden in Zeiten des Online-Handles stark nachgefragt. Die Kapazität nach Umbau soll dann auf 450.000 Tonnen Deckenpapier für Wellpappe jährlich verdoppelt werden.

Mineralöl und Bioethanol

Ebenso bedeutsam für Schwedt ist die Mineralölindustrie mit der PCK Raffinerie GmbH, die in einer der modernsten Raffinerien Europas jährlich rund 12 Millionen Tonnen Rohöl zu Benzin, Diesel, Kerosin, Heizöl u.v.m. verarbeitet. Diese Produkte werden aus Schwedt zu über 90 Prozent mit Kesselwagen und Pipelines abtransportiert. Eine Tatsache, die immer mehr Unternehmen in den unternehmenseigenen Industriepark Schwedt lockt – so etwa die VERBIO Vereinigte Bioenergie AG, die dort eine Bioethanol-, eine Biodiesel- und eine Biogas-Anlage betreibt.

Anwendungsorientierte Forschung durch Drittmittel

Gerade in der künftigen Beimischung von Biokraftstoffen zu Flugbenzin, sehen die Wirtschaftsförderer vor Ort eine große Chance für den Standort Schwedt. Eine Chance, die auch darin begründet liegt, was die Verfahrenstechnik Schwedt GmbH erreicht hat: Im Rahmen der Internationalen Luft- und Raumfahrtausstellung (ILA) 2010 gelang der weltweit erste Flug mit einem synthetischen Kerosin, das aus Algenöl hergestellt wurde. Die Perspektiven für weitere Ansiedlungen sind gut.

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