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Brandenburg wird immer internationaler

Märkische Unternehmen sind weltweit erfolgreich – Und die Welt hat Erfolg in Brandenburg
Warenumschlag von der Straße auf die Schiene
GVZ Großbeeren

Seit der deutschen Wiedervereinigung 1990 hat sich Brandenburgs Außenhandel auf rund 30 Milliarden Euro etwa verzehnfacht. 1991 betrugen die Exporte nur 1,2 Milliarden Euro, 2016  standen sie bei 13,2 Milliarden Euro – das sind knapp 20 Prozent des Bruttoinlandprodukts in Höhe von 68,5 Milliarden Euro. Etwa jeder fünfte Euro in Brandenburg wird mit dem Absatz im Ausland erwirtschaftet. Das verarbeitende Gewerbe hatte 2016 eine Exportquote von mehr als 30 Prozent. Die Importe wuchsen noch stärker. Sie haben sich von 2,7 Milliarden Euro im Jahr 1991 auf rund 15,5 Milliarden Euro in 2016 erhöht – also fast versechsfacht.

Auch der Mittelstand exportiert

Die wichtigsten Exportprodukte aus Brandenburg sind Düsentriebwerke, Pharmazeutika, Lastkraftwagen und Spezialfahrzeuge, Bleche aus Eisen und Stahl sowie Kunststoffe und Waren aus Kunststoff. An diesen Ausfuhren haben die Niederlassungen internationaler Konzerne in Brandenburg einen großen Anteil. Dazu zählen Rolls-Royce, Takeda, ArcelorMittal, Bombardier, Classen Industries, BASF, Heidelberger Druckmaschinen, ZF Getriebe Brandenburg oder SWISS KRONO. Aber auch viele kleinere und mittelständische Firmen exportieren ihre Produkte, etwa Uckermärker Milch GmbH aus Prenzlau, Astor Schneidwerkzeuge aus Storkow (industrielle Fleischmesser) oder Uesa aus Uebigau (Schaltschränke).

Brandenburg führt auch Bildungsprogramme, Ingenieurdienstleistungen, Software und Medienproduktionen aus. Firmen aus der Mark bauen umweltfreundliche Kraftwerke in China, entwickeln Softwareprogramme für Transport- und Logistik in Indonesien oder liefern hochpräzise Luftbildaufnahmen von Landschaften in Saudi-Arabien.

Brandenburgs wichtigste Importprodukte sind Erdöl und Erdgas, Luftfahrzeuge (Zulieferungen für Rolls-Royce und MTU), Pharmazeutika, Nahrungsmittel und elektrische Ausrüstungen. Die PCK in Schwedt raffiniert jährlich 12 Millionen Tonnen Öl aus Russland und Norwegen zu unter anderem Diesel, Benzin und Kerosin. Damit ist die Raffinerie an der Oder einer der fünf größten Rohöl-Verarbeitungsstandorte in Deutschland.

60.000 Arbeitsplätze von 450 ausländischen Investoren

Immer mehr ausländische Unternehmen investieren in Brandenburg. 450 Investitionsprojekte stellen rund 60.000 Arbeitsplätze. Die meisten Investoren davon kommen aus den USA (53) und der Schweiz (48). Immer mehr kommen aus China, mittlerweile sind es fast 30 Firmen. Der größte chinesische Investor in Brandenburg, die Astronergy Solarmodule, beschäftigt in Frankfurt an der Oder mehr als 300 Angestellte.

Zunehmend investieren brandenburgische Mittelständler auch im Ausland. Rund 250 Niederlassungen weltweit gibt es inzwischen. Beispielsweise hat die Firma ORAFOL GmbH aus Oranienburg, die grafische, selbstklebende und reflektierende Folien und Klebebänder für verschiedene Kundengruppen herstellt, inzwischen ein globales Händlernetz in mehr als 100 Ländern, sowie zwei Dutzend Niederlassungen im Ausland aufgebaut. Seit ihrer Re-Privatisierung 1991 ist sie auf mehr als 1.500 Mitarbeiter weltweit gewachsen, 850 davon arbeiten in Brandenburg.

Der Trend zur Internationalisierung geht weiter. Jährlich siedelt die Wirtschaftsförderung Land Brandenburg GmbH (WFBB) etwa ein Dutzend ausländische Unternehmen neu in Brandenburg an. Auf der anderen Seite sucht der Mittelstand Wachstumschancen durch Ausweitung seines Geschäfts im Ausland.

Das Thema Aus- und Weiterbildung spielt dabei eine zunehmend wichtige Rolle. Nicht nur kommen immer mehr Fachkräfte in Brandenburg aus dem Ausland. Sondern Brandenburg ist auch führend bei der Internationalisierung der Bildung. Bei der Unterrichtung der Berufsschüler in Fremdsprachen belegt Brandenburg mit einer Quote von mehr als 95 Prozent Platz eins aller deutschen Bundesländer (Bundesdurchschnitt: 33,7 Prozent). 

Experten für die internationale Expansion

Die WFBB unterstützt Brandenburger Unternehmen bei der Expansion auf ausländische Märkte. Jedes Jahr betreut das Team Außenwirtschaft, Europa-Service zwischen 600 und 700 Brandenburger Unternehmen – auf Unternehmensreisen ins Ausland, auf internationalen Kooperationsbörsen, mit Informations- und Fachveranstaltungen sowie in Einzelberatungen und Coachings. Seit 2001 hat das Team Außenwirtschaft, Europaservice mehr als 110 Delegationsreisen mit mehr als 1.300 Unternehmen in 40 Länder durchgeführt. Auf Standortpräsentationen, Empfängen, Messeständen, Konferenzen und Kooperationsbörsen wirbt das Team für die brandenburgische Wirtschaft.  

Die WFBB ist Partner des weltweit größten Netzwerkes für Unternehmen, dem Enterprise Europe Network (EEN), das kostenfreien Zugang zu potentiellen Geschäftspartnern in Europa und anderen Regionen ermöglicht. Die EEN-Mitarbeiter beraten außerdem bei Anträgen für europäische Förderprogramme und führen gemeinsam mit anderen EEN-Partnern internationale Konferenzen und Kooperationsbörsen in Brandenburg und im Ausland durch.

Darüber hinaus unterstützt das TAES die fünf länderübergreifenden Cluster in Berlin-Brandenburg und die vier landeseigenen Cluster bei der Internationalisierung. Sie beraten, stellen internationale Kontakte zu anderen Netzwerken weltweit her und führen Veranstaltungen zur stärkeren internationalen Verzahnung durch.

Die WFBB arbeitet eng mit den Industrie- und Handelskammern und den Handwerkskammern der Hauptstadtregion zusammen. Alle Einrichtungen erstellen gemeinsam die Terminvorschau Ausland. Diese gibt einen Gesamtüberblick über die im jeweiligen Jahr geplanten Unternehmensreisen, Messegemeinschaftsstände und Veranstaltungen. Sie ist über die Homepage der WFBB abrufbar.

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