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Fraunhofer IZI-BB: Anwendungsnahe Forschung

Außenansicht des Gebäudes im Wissenschaftspark Potsdm-Golm
Gebäude des Potsdamer Institutsteils „Bioanalytik und Bioprozesse“

Das Fraunhofer-Institut für Zelltherapie und Immunologie IZI hat seinen Hauptsitz in Leipzig. Am Potsdamer Institutsteil „Bioanalytik und Bioprozesse“ (IZI-BB) im Wissenschaftspark Golm entwickeln die Forscher Methoden, um zum Beispiel Krankheitserreger aufzuspüren und zweifelsfrei zu bestimmen. Außerdem werden Prozesse entwickelt und optimiert, um maßgeschneiderte Eiweiße herzustellen und im industriellen Maßstab synthetisieren zu können.

Maßgeschneiderte Eiweiße

Ein besonderes Augenmerk liegt dabei auf der zellfreien Herstellung von Biomolekülen. Dabei werden Proteine, die normalerweise nur von Zellen hergestellt werden, in einem künstlich geschaffenen Umfeld produziert. So können zum Beispiel Stoffe synthetisiert und analysiert werden, die normalerweise toxisch sind, aber auch Antikörper und therapeutische Substanzen können so einfacher und in größeren Volumina produziert werden.

Technologietransfer: von Klein zu Groß

Etwa 110 Naturwissenschaftler, Techniker und Ingenieure forschen interdisziplinär und mit Blick auf den Anwendungsnutzen am Fraunhofer IZI-BB. Um die Übertragbarkeit der im Labor entwickelten Methoden auch im großen Stil testen zu können, hat das Fraunhofer IZI-BB im Juni 2015 mit dem Projekt PILOT Anlagen geschaffen, um die Herstellung biotechnologischer und medizintechnischer Produkte auch im industriellen Maßstab testen zu können. Das Land Brandenburg und die Fraunhofer-Gesellschaft haben diese Investition in die Infrastruktur mit 3,5 beziehungsweise 1,5 Millionen Euro finanziert.

Die Natur als Vorbild

Eine weitere Besonderheit des Standortes: die einzigartige Sammlung kälteliebender Süßwassermikroalgen CCCryo. Die Mikroalgen sind an extreme Minusgrade und hohe UV-Strahlung angepasste Überlebenskünstler. Sie dienen den Forschern als Basis für die Suche nach neuen Stoffen für die Lebensmittel- und Kosmetikindustrie. Einige der Algen, die in der Antarktis und Spitzbergen gesammelt wurden, sind bis August 2016 auf Weltraummission. An der Außenseite der ISS angebracht, soll geprüft werden, ob die Mikroorganismen auch die extremen Weltraumbedingungen überleben können.

Im Wissenschaftspark liegt das Fraunhofer IZI-BB direkt gegenüber dem Fraunhofer-Institut für angewandte Polymerforschung. Max-Planck-Institute und Teile der Universität Potsdam schätzen den Wissenschaftspark in Golm ebenso. Kooperationen und anwendungsnahe Forschung auf exzellenter Ebene sind so auch überinstitutionell an der Tagesordnung und tragen zu interdisziplinärer Forschung für neue Prozesse und Substanzen bei.

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