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Transeuropäische Verkehrsnetze und ihre Bedeutung für das Land

Bahnstrecke mit Zug am GVZ Großbeeren

Die Hauptstadtregion Berlin-Brandenburg ist ein bedeutender Verkehrsknotenpunkt („Urban Node“) im transeuropäischen Verkehrsnetz der Europäischen Union. Sechs der neun Kernnetzkorridore verlaufen durch Deutschland. In der Hauptstadtregion Berlin-Brandenburg treffen drei von ihnen aufeinander: Skandinavien-Mittelmeer Korridor, Korridor Orient/östliches Mittelmeer und Nordsee-Ostsee-Korridor.

Grenzüberschreitendes Infrastrukturnetz

Die in den Leitlinien der Union für den Aufbau eines transeuropäischen Verkehrsnetzes festgelegten Ziele von 2013 bieten einen neuen Rahmen für den Aufbau eines multimodalen, grenzüberschreitenden, europäischen Infrastrukturnetzes. Die ressourceneffiziente und nachhaltige Mobilität von Personen und Gütern soll erleichtert, die Erreichbarkeit verbessert und die Wettbewerbsfähigkeit innerhalb der EU im Zeithorizont bis 2030 beziehungsweise 2050 erhöht werden.

Für den Ausbau der neun Korridore – des sogenannten Kernnetzes – bis zum Jahr 2030 stellt die EU im Budget "Connecting Europe Facility" für die Zeit von 2014 bis 2020 rund 24 Milliarden Euro für den Verkehrssektor bereit.

Karte europäischer Verkehrskorridore

Vereinbarung mit breiter Unterstützung

Die Ministerien für Infrastruktur und Wirtschaft des Landes Brandenburg, die Senatsverwaltungen für Stadtentwicklung und Wirtschaft des Landes Berlin, die IHK Berlin und die IHK Ostbrandenburg haben während der "Urban Node Ten-T Regionalkonferenz" im September 2015 die Vereinbarung zur Weiterentwicklung des Urban Node Berlin-Brandenburg vorgestellt. Künftig soll demnach weiter daran gearbeitet werden, den Urban Node Berlin-Brandenburg nachhaltig in das transeuropäische Verkehrsnetz zu integrieren und entsprechende Fördermöglichkeiten bestmöglich auszunutzen.

Fast 30 Unterstützer, wie die Wirtschaftsförderer beider Länder, Hochschulen, Städte und Gemeinden sowie Verkehrs- und Logistiknetzwerke tragen die Vereinbarung mit. Die breite Unterstützung zeugt vom Bewusstsein der Region für den europäischen Gedanken und die Vorteile gemeinsamen Agierens. Von schnellen und sicheren Verkehrsverbindungen mit multimodaler Verknüpfung in Europa profitiert die Hauptstadtregion aufgrund ihrer Lage im Zentrum Europas besonders: Der Standort entwickelt sich positiv und wirtschaftliches Wachstum zieht mehr Beschäftigung nach sich.

Logistikstandort Großbeeren als Beispiel

Das Güterverkehrszentrum, Berlin-Süd in Großbeeren ist eines der Beispiele für wirtschaftliches Wachstum in Folge hervorragender verkehrlicher Anbindung in der Region. Dort bestehen Verbindungen im Kombinierten Verkehr zu und aus den deutschen Seehäfen sowie nach Brest und Moskau. Im November 2015 erreichte das Güterverkehrszentrum, GVZ, im europäischen GVZ-Ranking der Deutschen GVZ-Gesellschaft den 4. Platz unter 90 untersuchten Güterverkehrszentren in Europa, 2010 war Großbeeren bereits auf dem 10. Platz gelandet (von 70 GVZ in der Studie).

Am 10. November 2015 bilanzierte das GVZ Großbeeren während der Jubiläumsfeier anlässlich seines 20-jährigen Bestehens beeindruckende Zahlen: Insgesamt 80 Firmen haben sich mittlerweile auf 180,5 Hektar fünf Kilometer südlich von Berlin angesiedelt. Etwa 6.700 Arbeitsplätze wurden geschaffen und das Areal ist derzeit zu 82 Prozent ausgelastet. Der geländeeigene Anschluss an die Hochgeschwindigkeitsstrecke Berlin-Leipzig-München der Deutschen Bahn und den Berliner Eisenbahnring sowie die beiden Direktanschlüsse an die vierspurig ausgebaute Bundesstraße B 101, der etwa drei Kilometer entfernte Autobahnring A 10 und die Nähe zum künftigen Großflughafen BER sind gute Argumente für die vollständige Auslastung des Standortes – am Schnittpunkt dreier europäischer Verkehrskorridore.

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