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Güterverkehr in Brandenburg: Effizient und vernetzt

Kran
BASF Schwarzheide GmbH

Das Land Brandenburg ist mit seiner Lage an mehreren transeuropäischen TEN-V-Korridoren eine Drehscheibe des europäischen Güterverkehrs. In der Hauptstadtregion mit ihrer mehr als 100-jährigen Bahngeschichte haben wichtige Verkehrsunternehmen und Systemhersteller ihren Sitz. Spezialisten für Logistik, Bahntechnik und Energieeffizienz werden an den Hochschulen ausgebildet, zahlreiche Kooperationen zwischen Hochschulen und Industrie fördern innovative Ideen. In keiner anderen deutschen Region gibt es eine vergleichbare Vernetzung verschiedener Verkehrsträger.

Elf Binnenhäfen

In Brandenburg gibt es elf öffentliche Binnenhäfen mit hafentypischen öffentlichen Dienstleistungen, vier Güterverkehrszentren mit Terminals für den Kombinierten Verkehr (KV-Terminals). Drei weitere KV-Terminals gibt es in Schwarzheide, spezialisiert auf chemische Erzeugnisse, sowie Forst und Elsterwerda. Dazu kommen 21 öffentliche Ladestraßen, die von der Deutschen Bahn (DB Netz) betrieben werden und an denen Waren von der Schiene auf die Straße und umgekehrt verladen werden.

Abfertigung am intermodalen Terminal

Die Deutsche Umschlaggesellschaft Schiene-Straße (DUSS) betreibt im Güterverkehrszentrum Großbeeren ein intermodales Umschlagterminal. Verkehrsgünstig am transeuropäischen Netz gelegen, können dort Züge bis zu einer Länge von 700 Metern Länge abgefertigt werden. Das Terminal eignet sich im besonderen Maße für Seehafenhinterlandtransporte sowie für Weiterleitungsverkehre von und nach Osteuropa. Bedingt durch seine Nähe zur Bundeshauptstadt Berlin bietet der Standort gute Entwicklungspotentiale für zukunftsträchtige Konzepte in der City- und Distributionslogistik. Darüber hinaus besteht Anschluss an innerdeutsche und innereuropäische Relationen über Netzwerkverkehre.

Übersicht im Netz der Deutschen Bahn

Eine Übersicht aller Ladestellen der DB Netz und aller KV-Terminals können der Internetseite der DB Netz unter dem Link "Terminals" entnommen werden. Die Karte enthält zusätzlich die aktuellen Verbindungen im kombinierten Verkehr zwischen den Terminals und weist die Betreiber und Operateure aus. Darüber hinaus gibt es eine Vielzahl von privat geführten Gleisanschlüssen. Insgesamt gibt es 275 Güterverkehrsstellen in Brandenburg.

Das System der Güterverkehrsstellen

Einen Überblick über das System der Güterverkehrsstellen gewährt das Internetportal "Gleisanschluss Brandenburg", welches das Ministerium für Infrastruktur und Landesplanung des Landes Brandenburg gemeinsam mit der IPG Infrastruktur- und Projektentwicklungsgesellschaft mbH (IPG) herausgibt. Mit Hilfe von Suchfunktionen kann nach spezifischen Anforderungen, etwa der Traktionsart oder der Radsatzlast bestimmter Güterverkehrsstellen gefiltert werden. Auch Ladestellen in einem bestimmten Landkreis oder einer Kommune werden so schnell gefunden.

Bei allen Fragen rund um das Thema Gleisanschlüsse, wie Gleisanschlussförderung, bei der Suche nach geeigneten Standorten für die Umsetzung von Infrastrukturkonzepten und bei der Realisierung von marktfähigen Fahrplan- und Infrastrukturkonzepten beraten IPG und DB Netz.

Zentrale Drehscheibe für europäische Verkehrsströme

Brandenburgs geographische Lage im Zentrum Europas und moderne Infrastruktur bieten ideale Voraussetzungen für die Anbindung an das europäische Verkehrsnetz. An Brandenburgs Rangierbahnhöfen werden Züge neu zusammengestellt und einzelne Wagen umdirigiert. Zu den Top Ten deutschlandweit gehört der Rangierbahnhof Seddin, der eine tägliche Kapazität für 1.800 Wagen vorhält. Fast 450 Menschen arbeiten dort rund um die Uhr daran, Wertstoffe und Konsumgüter in Zügen nach und von nah und fern zu dirigieren. Der Bahnhof wird von der DB Netz betrieben und dient im europäischen Verkehrsnetzwerk als Drehscheibe der Verkehre von und nach Skandinavien und zu den "emerging markets" Mittel- und Osteuropas.

Ein Güterzug fährt an einem Rapsfeld vorbei

Modernisierung der Infrastruktur

Auf die Bedürfnisse der Automobilindustrie hat sich der Bahnhof Falkenberg spezialisiert. Heute ist Falkenberg Drehscheibe für den Schienenverkehr zwischen Osteuropa und den Nordseehäfen Bremerhaven, Emden und Hamburg. Der Betreiber des Bahnhofes, die BLG RailTec, transportierte 2013 rund 550.000 Autos auf der Schiene.

Das modernisierte Eisenbahnnetz Brandenburgs verfügt über eine Länge von mehr als 3.000 Kilometern. Über das Eisenbahnnetz ist Berlin-Brandenburg mit den Seehäfen Hamburg/Bremen, Rostock, Stralsund und Mukran verbunden und nimmt damit eine wichtige Rolle im Seehinterlandverkehr ein. Im Zeitalter der Globalisierung mit weiter steigenden Containerumschlagzahlen ist Brandenburg auf wachsende Anforderungen gut vorbereitet.

Einbindung in die EU Verkehrskorridore – TEN-V

Mit der Revision des transeuropäischen Verkehrsnetzes im Jahr 2013 hat die Hauptstadtregion eine entscheidende Funktion als wichtiger Knoten in Europa:

• Nordsee-Baltikum Korridor: von Finnland / den baltischen Staaten bis zu den Häfen Antwerpen, Rotterdam und Amsterdam,

• Orient - östliches Mittelmeer Korridor: vom Mittelmeer (Griechenland) / dem Schwarzen Meer (Bulgarien / Rumänien) über Ungarn - Slowakei - Tschechien bis nach Hamburg bzw. Rostock,

• Skandinavien - Mittelmeer Korridor: von Italien über Hamburg und Rostock nach Skandinavien.

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