Kloster Lindow

Lindows Geschichte ist untrennbar mit der des Klosters verbunden. Vermutlich ist das Kloster um 1230 von den Grafen von Arnstein gegründet worden, die sich selbst auch Grafen von Lindow nannten. 1542 führte man die Reformation ein und das Kloster wurde in ein evangelisches Damenstift umgewandelt. Es war bis 1638 eines der reichsten Klöster der Mark, als es dann mit seiner wertvollen Bibliothek und seinen Urkunden durch kaiserliche Truppen zerstört wurde. Aus dieser Zeit ist die alte Klosterschule erhalten geblieben.

Heute ist das am malerischen Wutzsee gelegene Kloster mit seinen zwölf Wohnungen eine öffentlich-rechtliche Stiftung der Evangelischen Kirche Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz. Die Stiftsgemeinschaft lebt in überkonfessioneller christlicher Gemeinschaft.

Das Kloster Lindow und sein historischer Friedhof sind von Fontane in seinem Roman „Der Stechlin“ als Kloster Wutz beschrieben worden. „Lindow ist so reizend wie sein Name. Zwischen drei Seen wächst es auf, und alte Linden nehmen es unter ihren Schatten“, so gibt Fontane seinen Gefühlen angesichts des idyllisch gelegenen Ortes, den er mehrfach besuchte, Ausdruck. Jedoch äußerte er sich erst in der dritten Auflage seiner Wanderungen durch die Mark Brandenburg „Die Grafschaft Ruppin“, die 1874 erschien, über das Städtchen. Die drei Seen, die er schwärmerisch in seinen Wanderungen beschreibt, sind der Gudelack-, Wutz- und Vielitzsee. In seinem Roman „Der Stechlin“ setzt er dem malerischen Ort Lindow und dem Kloster ein Denkmal.

Teilweise sind die alten Klostergebäude noch als Ruinen erhalten. Das Gebäude der alten Klosterschule aus dem 15. Jahrhundert ist bis heute gut erhalten, ebenso das alte Waschhaus. Das ehemalige Kloster ist von einer Parkanlage umgeben, in der sich der alte Klosterfriedhof mit historischen Gräbern von Stiftsdamen befindet. Die Grabzeichen sind in den vergangenen Jahren mit Mitteln der Deutschen Stiftung Denkmalschutz restauriert worden.

Die 2011 restaurierte Ruine des Konventgebäudes ist das Wahrzeichen des Klosters und der Stadt Lindow. Sie ist ebenso wie die Klosteranlage barrierefrei zugänglich.

Die im Dreißigjährigen Krieg zerstörte Klosterkirche wird heute als Kirche unter freiem Himmel für Andachten und Gottesdienste genutzt. Gegenwärtig wird ein barrierefreier jüdisch-christlich-muslimischer Garten im Kloster gebaut. Er soll dem interreligiösen Dialog, der Erholung, der Andacht sowie der Bildung dienen. Wenn der Besucher Glück hat, hört er bei seiner Wanderung um den Wutzsee in den Sommermonaten von den Stiftsbewohnern geblasene Choräle.
Strasse Hausnr: 
Kloster 3-7
Plz: 
16835 Lindow (Mark)
Telefonnummer: 
0177-87 00 917
E-Mail-Adresse: 
Homepage: 
www.kloster-lindow.de

Region: 

  • Brandenburg
  • Ostprignitz-Ruppin
Standortfaktoren: 
Klöster